Anleitung zur richtigen Schuhpflege Teil 3

Der Schuhpflegetipp - Teil 3

von Rainer Ersfeld

Rainer Ersfeld inmitten seiner Schuhe

Antikfinish bei einem Balmoralboot, Semibrogoue und einem Norweger

Beim Antikfinish unterscheide ich zwischen dem meist anzutreffenden maschinell gestützten und dem Antikfinish von Hand. Bei der schnelleren Methode mit maschinell betriebenen Rundbürsten beschränkt sich das Finish meist auf die Schuhspitze. Die Kappe erscheint dadurch etwas dunkler. Manuell erzeugen ein Antikfinish, soweit mir bekannt, nur noch ein paar englische Hersteller hochwertiger Schuhe und sehr wenige Maßschuhmacher. In diesem dritten Teil der Kolumne möchte ich gerne demonstrieren, wie man einem neuen oder bereits getragenen Schuh von Hand erschaffene Antikfinishs geben kann.

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Wolkenfinish

Grundvoraussetzung ist eine gute Dosencreme in mehreren zur gewünschten Oberlederfarbe ähnlichen und benachbarten Farbtönen. Denn erst die Mischung gibt die Farbtiefe und führt zu strahlender Brillanz. Ich empfehle aus Erfahrung die Burgol Palmenwachscreme: Erstens ist sie in 11 verschiedenen Farben erhältlich und zweites lässt sie sich besonders gut mischen. Wenig geeignet sind Emulsionscremes, weil diese aufgrund des schnellen Antrocknens zu Flecken und wolkigen Stellen beim langsameren Handfinish führen können. Aber manchen gefällt auch ein Wolkenfinish. Der Ausschnitt des Norwegerschafts zeigt die wolkigen Auswirkungen.

Die daran beteiligten drei Cremefarben zeigt das Gesamtbild:

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Die Dosenbezeichnungen auf den Bildern verraten Ihnen die jeweils eingesetzten Farben.

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Das kappenbetonte Antikfinish des Balmoralboots wurde vom Besitzer gewünscht, weil ihm die Ursprungsfarbe (hellerer, rechter Stiefel) zu konservativ war und das Oberleder mit mehr Bekleidungsfarbtönen harmonisieren sollte. Deshalb auch die dunklere Spitze, weil das dem Schuh insgesamt einen dunkleren Anstrich gibt. Die Boots wurden zunächst, mit Kernseife und einer Naturhaar oder -faserbürste gewaschen und gründlich mit klarem Wasser gespült. Wenn der Schaft dann sehr nass  ist, stopfe ich ihn mit Zeitungspapier aus und lasse ihn so lange trocknen, bis er nur noch leicht feucht ist und aufgeleistet werden kann. Falls Sie es nicht so gründlich machen wollen, waschen sie die Schuhe nur mit einem nassen Haushaltstuch (ohne jedwedes Reinigungsmittel) gründlich ab.

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Auswahl der Cremefarben

Bei der Auswahl der Cremefarben verwende ich für ein Antikfinish meist wesentlich dunklere Farben als die ursprüngliche Schaftfarbe. Diese Ursprungsfarbe des Schuhs erkennen Sie, besonders bei Blattschnitten, oft noch im Bereich der Zunge.
Mit der Zahnbürste cremt man zu Beginn den  Sohlenschaftwinkel, den Sohlenrand, sowie Absatzbrust und -mantel ein. Für den Bereich des Sohlengelenks verwende ich Auftragslappen. Die Wirkung dieser vergleichsweise kleinen Flächen sollte nicht unterschätzt werden, wie allein der Vergleich der im Bild gut zu erkennenden Sohlenschnitte der beiden Balmoralboots beweist.

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Durch das Auftragen mehrerer hauchdünner Wachsschichten auf das Schaftleder, nähere ich mich dem endgültigen Aussehen. So kann ich den Fortschritt gut beobachten und erreiche ein schönes gleichmäßiges Antikfinish. Bei der Verteilung von helleren und dunkeleren Stellen, gebe ich einer dunkleren Vorderkappe den Vorzug. Das sieht meines Erachtens am besten aus. Aber wie so vieles beim Finish ist auch das Geschmacksache.

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Der Semibrogue ist ein Beispiel für ein klassisches Antikfinish, welches den gesamten Schaft umfasst. Sie sehen, auch hier habe ich eine wesentlich dunklere Creme genommen, als die eigentliche Schaftfarbe.

Wenn Sie mehr über Antikfinish erfahren möchten, schauen Sie in den zweiten Teil der Schuhpflegebeschreibung auf der Burgol-Site www.burgol.de

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